SDF-Kämpfer im Kanton Efrîn (Bild: ANHA)

Rojava/Nordsyrien – Unter Vermittlung der US-geführten internationalen Koalition wurde ein vorübergehender Waffenstillstand ausverhandelt. Zuvor hatten die USA gefordert, die Kräfte gegen den IS zu konzentrieren. Dies sei die „Basis“ der Kooperation der USA mit beiden Parteien, erklärte der US-Verteidigungsminister Ashton Carter. Auch der französische Präsident Francois Hollande hatte den türkischen Vorstoß gegen Kurden in Nordsyrien scharf kritisiert und alle Konfliktparteien zur Einstellung der Kämpfe aufgefordert.

Die türkischen Truppen und der SDF-nahe Militärrat von Jarabulus haben sich nach US-Angaben darauf verständigt, die gegenseitigen Angriffe in Jarabulus einzustellen, berichtete die kurdische Nachrichtenagentur ANF am Dienstag und stützte sich auf „Militärquellen in der Region“. Die SDF sind ein Bündnis arabischer, assyrischer, turkmenischer und kurdischer Gruppen, das von den kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) dominiert wird.

„Wir glauben nicht, dass taktische Operationen der Türken gegen die Kurden in irgendeiner Weise im Kampf gegen den Islamischen Staat hilfreich sind“, sagte der Sprecher des US-Außenministeriums, John Kirby.

Die Türkei und jihadistische Rebellengruppen hatten vor einer Woche in Nordsyrien eine Offensive begonnen. Ankaras Offensive richtet sich offiziell gegen die IS-Terrormiliz, doch in Wahrheit sind in erster Linie die Kurden, die wichtige Verbündete der USA im Kampf gegen den IS sind, das Ziel. Die türkische Regierung will verhindern, dass die Rojava-Kantone Kobanê und Efrin mit der Einnahme von Jarabulus und Al-Bab durch SDF-Kräften miteinander verbunden werden.

„Der Waffenstillstand bedeutet nicht die Akzeptanz der türkischen Besatzung“, erklärte der Militärrat von Jarabulus.

Die pro-türkischen Rebellen hatten in den vergangenen Tagen zahlreiche Dörfer in Rojava-Nordsyrien eingenommen, die meisten von den SDF.

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