Über 50 Tote bei Terroranschlag auf kurdische Hochzeit in Dilok

Dilok – Bei einem mutmaßlichen Selbstmordanschlag auf eine kurdische Hochzeitsfeier sterben in Dilok (türk. Gaziantep) über 50 Menschen und fast 100 weitere wurden verletzt. Unter den Opfern sind auch zahlreiche Frauen und Kinder. Die pro-kurdische Partei HDP erklärte, es habe sich um die Hochzeit eines ihrer Mitglieder gehandelt.

Die Explosion ereignete sich am Samstag gegen 22.50 Uhr Ortszeit. Der türkische Gouverneur von Dilok sprach von einem Terroranschlag. Im Beybahce-Viertel der Millionenstadt wohnen viele aus den Südostprovinzen zugezogene Kurden. Der Anschlag war bei den Feierlichkeiten auf offener Straße verübt worden.

Bei dem Brautpaar und vielen Gästen habe es sich um ihre Mitglieder gehandelt, teilte die pro-kurdische Demokratische Partei der Völker (HDP) nach der Bluttat mit. Deren Co-Vorsitzender Selahattin Demirtas warnte: „Der Anschlag in Dilok richtet sich gegen Kurden. Jemand versucht, einen Bürgerkrieg zu provozieren.“

Demirtas: „Nach dem Massaker von Pirsûs (Suruc) wurden in Serê Kanî (Ceylanpınar) zwei Polizisten im Schlaf ermordet. Das war ein berechnetes Szenario, um einen Krieg vom Zaun zu brechen. Leider waren sie damit erfolgreich. Seit etwa einem Jahr tobt im Brennpunkt der kurdischen Frage ein Krieg. Als am 10. Oktober das Massaker in Ankara geschah, stand Seitens der KCK die Ausrufung eines Waffenstillstands auf der Agenda. Das Massaker verhinderte dies. Die, die das Massaker verübten, erreichten ihr Ziel. Gestern hat die KCK eine Erklärung abgegeben die einem Waffenstillstand hätte den Weg ebnen können. Und da passiert der Angriff in Dilok. Das ist kein Zufall. Weder die Betroffenen noch der Ort sind zufällig gewählt.“

Die türkische Regierung vermutet hinter dem Anschlag die Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS). Ein Kind zwischen 12 und 14 Jahren soll den blutigen Anschlag von Dilok verübt haben.

Die türkische Regierung hatte den IS in der Vergangenheit für zahlreiche Anschläge im Land verantwortlich gemacht. Mehrmals waren Kurden und Linke das Ziel. Der IS bekannte sich bisher jedoch zu keinem der Bombenattentate in der Türkei.

kn

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