Verwüstungen in Qamishlo. Der IS verübte einen Anschlag in der kurdischen Stadt.

Qamishlo, Rojava – Bei einem feigen Terroraschlag des Islamischen Staates (IS) in der Stadt Qamishlo sind am Morgen des 27. Juli mindestens 55 Menschen ums Leben gekommen und mehr als 165 weitere Personen verletzt worden. Der Anschlag ereignete sich in einem belebten Viertel der Stadt, wo Mitglieder des IS einen mit Sprengstoff beladenen Lastwagen in die Luft jagten. Viele der Opfer verstarben unter dem Schutt der durch die Wucht der Detonation zerstörten Häuser und Gebäude in der Umgebung des Explosionsortes.

Der aktuellste Terroranschlag des IS ist zugleich auch ein Eingeständnis seiner Verzweiflung und seines Niedergangs. Denn seit der Befreiung der Stadt Kobanê vom IS im Februar 2015 haben die Verteidigungseinheiten Rojavas kontinuierlich Gebiete im Norden Syriens von der Terrororganisation befreit. Während der IS zuvor im Irak wie in Mossul vielerorts die irakische Armee überrannt und in Syrien zahlreiche Gebiete anderer oppositioneller Gruppen problemlos okkupiert hat, ist die Organisation gegen die Einheiten der kurdischen Volks- und Frauenverteidigungseinheiten YPG/YPJ aus Rojava (West-Kurdistan/Nord-Syrien) an ihre Grenzen gestoßen. Mit der Unterstützung der Anti-IS-Koalition haben die Kräfte Rojavas Stück für Stück weitere Gebiete im Norden Syriens vom IS bereinigt und die lokale Bevölkerung von dem Joch der Terrororganisation befreit. Derzeit setzen die Demokratischen Kräfte Syriens SDF/QSD – ein multiethnischer und multikonfessioneller militärischer Zusammenschluss dem auch die kurdischen Verteidigungseinheiten angehören – den IS in der Stadt Manbij und im Norden Raqqas unter starkem Druck. In die Defensive gedrückt, greift der IS nun erneut verstärkt zu solch abscheulichen Mitteln, wie den jüngsten Anschlag in Qamishlo.

kn/isku

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