Nahe Raqqa: US-Soldaten mit YPG-Abzeichen

Rojava – Für die türkische Regierung sind die Kurden für einen Frieden im Mittleren Osten die größere Bedrohung als die Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS). Fotos von US-Spezialeinheiten mit dem Abzeichen der kurdischen Volks- und Frauenverteidigungseinheiten YPG/J auf der Uniform verärgern die Türkei. Die Bilder sind im Ort Fatisah, rund 50 km von Raqqa, entstanden.

Am vergangenen Dienstag haben die Demokratischen Kräfte Syriens (SDF), ein Zusammenschluss von mehreren kurdischen, arabischen und assyrisch-christlichen Organisationen, in denen die kurdischen Volks- und Frauenverteidigungseinheiten YPG/YPJ das Hauptkontingent stellen, die Operation „Initiative zur Befreiung Nord-Raqqa’s“ gestartet. Nach eigenen Angaben sind die Einheiten der SDF bisher 6 km vorgerückt. Fünf Dörfer und mehrere Felder seien bisher befreit worden, sagte ein Kommandeur der SDF am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP.

An der Offensive sind offiziell 300 US-Spezialeinheiten beteiligt.  Sie sollen kurdische und arabische Partner Amerikas vor Ort trainieren und beraten sowie die Koordinaten für Luftschläge übermitteln. Wie ein AFP-Fotograf beobachtete, helfen die US-Soldaten den SDF-Kräften auch am Boden. Die Aufnahmen verärgern die Türkei, da auch einige US-Soldaten mit dem Abzeichen der YPG auf der Uniform zu sehen sind.

Es sei „nicht zu akzeptieren“, dass US-Soldaten auf Fotos der Nachrichtenagentur AFP mit den Abzeichen der kurdischen YPG zu sehen seien, sagte Außenminister Mevlüt Cavusoglu am Freitag. Ankara betrachtet die YPG als Terrororganisation und wirft ihr Anschläge auf türkischem Boden vor, wofür sie bisher keine Belege haben.

Für Washington sind die kurdischen YPG einer der schlagkräftigsten Verbündeten im Kampf gegen den IS. „Unsere Spezialeinheiten haben in der Vergangenheit Insignien und Identifikationszeichen ihrer Partner getragen“, sagte der Pentagonsprecher Peter Cook.

kn

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