Kurden rufen gemeinsam mit ihren Verbündeten Föderation in Rojava-Nordsyrien aus

Rimêlan, Rojava – Wenige Tage vor dem kurdischen Neujahrsfest Newroz haben Vertreter verschiedener Bevölkerungsgruppen am Donnerstag ein föderales System für das Gebiet Rojava im syrischen Teil Kurdistans (Nordsyrien) ausgerufen.

Rund 200 Delegierte aller Bevölkerungsgruppen aus Rojava – wie Araber, Kurden, Armenier, Turkmenen und Assyrer – haben das unter dem Motto „Ein föderales Syrien garantiert das Zusammenleben und die Brüderlichkeit aller Nationen“ auf einem Kongress in der Ölstadt Rimêlan beschlossen. Die Föderation wird die bereits seit über zwei Jahren existierende Selbstverwaltungen – die Kantone Cizîrê, Kobanê und Efrîn –  einschließen.
Das nächste Ziel sei, die drei kurdischen Kantone an der türkischen Staatsgrenze miteinander zu verbinden, um ein zusammenhängendes föderales, autonomes Gebiet zu errichten, so Vertreter der Föderation Rojava in Rimêlan. Die Treibende Kraft hinter der Erklärung ist die größte syrisch-kurdische Partei der Demokratischen Union (PYD).

Das Assad-Regime in Damaskus sowie die syrische Koalition der Oppositions- und Revolutionskräfte haben sich bereits gegen die Verkündung der Föderation in Rojava ausgesprochen. Beide Seiten lehnen die kurdischen Autonomiebestrebungen im Norden des Landes strikt ab. Das Regime bezeichnete die Ausrufung der Föderation als „illegitim“ und „wertlos“. Der Chef der syrischen Opposition, Riad Hidschab, lehnte bereits im Vorfeld jegliche Ideen von Dezentralisierung oder Föderalisierung des Landes ab. „Die Einheit Syriens ist eine rote Linie, die nicht überschritten werden darf. Die Idee des Föderalismus ist nur dazu da, um Syrien letztendlich zu spalten. Und das werden wir niemals akzeptieren“, sagte Hidschab.

Sowohl Russland als auch die USA, die die kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) in Syrien militärisch gegen die Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) unterstützen, wollen die ausgerufene Föderation nicht anerkennen. Ein Sprecher des Außenministeriums in Washington beharrte auf dem Ziel eines vereinten Syriens. Vor allem die Türkei ist ein großer Gegner der neuen Föderation in Nordsyrien. Die türkische Regierung hatte wiederholt gedroht, dass sie einen Kurdenstaat in Nordsyrien nicht dulden werde.

Die Vertreter der ausgerufenen Föderation stellen jedoch klar, dass sie die in Nordsyrien ausgerufene autonome Region als Teil des Landes sehen. Das „föderale System“ könne ein Modell sein, um die Krise in Syrien zu lösen, hieß es in der Abschlusserklärung der Konferenz in Rimêlan.

kn

1 KOMMENTAR

  1. Der richtige und auch vorhersehbare Weg. Alles andere wäre absurd. Es kann nicht sein, dass die Kurden als westliche Marionette fungieren, um den IS zu bekämpfen, damit anschließend ihre Kämpfer entwaffnet und verhaftet werden. Momentan ist die Lage völlig absurd. Es ist auch kein Vorteil gegen die Türkische Regierung zu kämpfen, wenn der nächste Feind schon hinter einem steht.

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