Nach dem schweren Anschlag auf einen Militärkonvoi in Ankara weisen die YPG und die PKK die Beschuldigungen der türkischen Regierung zurück. (Bild: soL Haber Portalı)

Nach dem schweren Anschlag auf einen Militärkonvoi in Ankara weisen die YPG und die PKK die Beschuldigungen der türkischen Regierung zurück.

Beim gestrigen Bombenanschlag auf einen Konvoi mit Bussen der türkischen Armee im Regierungsviertel von Ankara sind nach Regierungsangaben mindestens 28 Personen getötet und weitere 61 verletzt worden.

Der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu beschuldigt die kurdische Arbeiterpartei PKK und die kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) in Rojava-Kurdistan (Nord-Syrien), hinter dem Anschlag zu stecken. Türkische Medien berichteten unter Berufung auf die türkische Polizei, der Anschlag sei von einem kurdischstämmigen Syrer verübt worden, der als Flüchtling in die Türkei gekommen sei. Die PKK und YPG weisen die Anschuldigungen zurück. Sie hätten keinerlei Verbindung zu dem Mann, der als Attentäter genannt wird.

„Wir haben nichts mit dem Anschlag in Ankara zu tun“, weist die YPG in ihrer schriftlichen Erklärung zurück. „Die Anschuldigungen vom türkischen Ministerpräsidenten Davutoglu sind Lügen und weit entfernt von der Wahrheit“, fügt die YPG hinzu. Die Beschuldigungen seien ein Vorwand für die Türkei, um gegen Kurden in Rojava vorgehen zu können, so die YPG weiter.

Auch die PKK in den Qendîl-Bergen im Nord-Irak bestreitet die Verwicklung in den Anschlag. „Wir wissen nicht, wer das getan hat“, sagte der Vorsitzende des Exekutivrates des PKK-Dachverbandes der Gemeinschaft der Gesellschaften Kurdistans (KCK), Cemil Bayik, in einem Interview mit der Nachrichtenagentur ANF. „Es könnte aber eine Vergeltungsaktion für die Massaker in Kurdistan gewesen sein“, so der Kurden-Kommandeur Bayik.

„Zum Anschlag in Ankara haben wir keine Verbindung. Es gab unsererseits noch nie einen Angriff auf die Türkei. Die türkische Regierung soll keine Vorwände für einen Angriff auf die Kurden in Syrien erfinden“, so auch der Co-Vorsitzender der größten syrisch-kurdischen Partei PYD, Salih Muslim, zum Anschlag in Ankara.

kn

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