In Amed hat die türkische Polizei zwei kurdische Demonstranten erschossen (Foto: ANF)

Amed, Nordkurdistan – Die türkische Polizei hat am Montag mit brutaler Gewalt in der nordkurdischen Stadt Amed (Diyarbakir) einen Protestmarsch gegen eine Ausgangssperre unterbunden. Dabei hat die Polizei zwei kurdische Demonstranten erschossen und drei weitere verletzt.

In acht Stadtteilen Ameds bestehen zur Zeit Ausgangssperren. Dabei ist die Altstadt Sur mitunter am härtesten betroffen. Dort hat der türkische Staat in den vergangegen zwei Monaten insgesamt sechs Mal eine Ausgangssperre verhängt. Zuletzt vor fünf Tagen auf unbestimmte Zeit. Die Menschen sind faktisch in ihren Häusern eingesperrt. Gegen die verhängten Ausgangssperren hat die pro-kurdische HDP (Demokratische Partei der Völker) einen Protestmarsch angekündigt. Tausende Menschen, darunter auch Politiker und Abgeordnete der HDP, versammelten sich am Montag in Amed und versuchten, ins Stadtviertel Sur vorzudringen. Die türkischen Polizisten gingen zunächst mit Tränengas und Wasserwerfern gegen die Demonstranten vor. Um sich vor der brutalen Gewalt der türkischen Sicherheitskräfte zu schützen errichteten kurdische Jugendliche Barrikaden. Die türkischen Polizisten reagierten darauf mit scharfer Munition und ermordeten dabei zwei junge Männer. Laut Angaben der kurdischen Nachrichtenagentur ANF wurden drei weitere verletzt.

Laut einem Bericht der Menschenrechtsstiftung der Türkei (TIHV) hat es zwischen dem 16. August und dem 12. Dezember dieses Jahres in 17 kurdischen Städten 52 unbegrenzte Ausgangssperren, 31 davon alleine in der Provinz Amed, gegeben. Demnach sollen in diesem Zeitraum mehr als 140 Zivilisten von den türkischen Sicherheitskräften getötet worden sein. Insgesamt waren bisher rund 1,3 Millionen Menschen von den Ausgangssperren und Belagerungen betroffen.

kn

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