Die gewalttätige Festnahme während der Demonstration gegen die Ausgangssperre in Êlih (Batman)

Nordkurdistan (Ost-Türkei) – Um gegen die Ausgangssperre, die gestern um 06.00 Uhr in der Früh in Êlihs (Batman) Stadtteilen verhängt wurde, zu protestieren, gingen die Bewohner der Stadt und Abgeordnete der pro-kurdischen Partei HDP auf die Straßen.

Während ein Zivilist unter Anwendung von brutaler Gewalt festgenommen wird, versucht der aus Êlih (Batman) entsandte HDP-Abgeordnete Mehmet Ali Aslan, wie in einem Video ersichtlich, einzugreifen.

Als Aslan verlangt, dass einer der Polizisten in Zivil, der eine Personenkontrolle seiner Person vornahm, den Polizeidienstausweis vorzeigen soll, eskaliert die Situation. Auf Aslans Frage, wer der Zivilpolizist sei, antwortete der offensichtliche Einsatzleiter „[er ist…] der Staat“. Aslan hält entgegen, dass er der Staatsrepräsentant sei und muss den vielsagenden Widerspruch: „Du bist nicht der Staat, du bist ein Abgeordneter“, über sich ergehen lassen. Anstatt der legitimen Forderung, sich bei ihrer Amtshandlung auszuweisen, Folge zu leisten, feuert daraufhin die Zivilpolizei Schüsse ab.

Der Abgeordnete Aslan veröffentlichte kurze Zeit nach dem Eklat per Twitter ein Kurzvideo des Vorfalles und schrieb: „Die Dinge, die sie Tahir Elçi angetan haben, wollen sie auch uns, den HDP-Abgeordneten, antun. Die Polizei in Êlih (Batman) hat Schusswaffen gegen uns Abgeordnete verwendet.“

Tahir Elçi, selbst kurdischer Herkunft, war ein engagierter Menschenrechtsanwalt und Kämpfer für eine friedliche Lösung der kurdischen Frage sowie Verteidiger grundlegender Rechte der kurdischen Bevölkerung in der Türkei. Elçi wurde am 28. November 2015 im Alter von 49 Jahren erschossen, kurz nachdem er öffentlich erklärte, dass die PKK (Arbeiterpartei Kurdistans) keine Terrororganisation sei und sich für den Frieden in den kurdischen Gebieten aussprach.

kn

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