Kurdische Guerilla-Kräfte in der Stadt von Shingal

Shingal, Südkurdistan – Am 3. August letzten Jahres überrannte die Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) die Region Shingal. Über 5.000 êzîdische KurdInnen wurden in Shingal von IS-Terroristen hingerichtet, bis zu 7.000 Frauen, Mädchen und Kinder entführt und versklavt. Zehntausende ÊzîdÎnnen konnten gerettet werden, indem die kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) aus Rojava-Kurdistan (Nordsyrien) einen Korridor zu ihnen freikämpften. Nun soll die Stadt endlich mit vereinten Kräften vollständig befreit werden.

Unterstützt von Luftangriffen der internationalen Anti-IS-Koalition haben kurdische Einheiten (YPG, HPG, Peschmerga sowie êzîdische Kampfeinheiten YBŞ und HBŞ) eine Großoffensive gegen die Terrormiliz IS in Shingal gestartet. Berichten zufolge gelang es den kurdischen KämpferInnen eine wichtige IS-Nachschubroute nach Syrien zu kappen. Nach Angaben des êzîdîschen Nachrichtenportals „ÊzîdîPress“ ist die Schnellstraße von Shingal-Stadt nach Syrien im Westen unter der Kontrolle von PKK/YPG-Kämpfern und der Shingal-Allianz (YBŞ, YJÊ, HPŞ), während Peschmerga-Einheiten und HPŞ-KämpferInnen die Schnellstraße nach Mosul über Tal Afar gesperrt haben. Demnach konnten Peschmerga und êzîdîsche KämpferInnen zudem die Verbindungsstraße von Shingal-Stadt zur IS-Hochburg Baaj im Süden einnehmen.

Nach Angaben des Pentagon flogen Flugzeuge der US-geführten Anti-IS-Koalition intensive Luftangriffe auf Stellungen des IS. Im Bezirk Shingal wurden sechs Ziele beschossen, auf der anderen Seite der Grenze, in der syrisch-kurdischen Region al-Hol, fünf weitere. In der Region al-Hol liefern sich die Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF), ein Zusammenschluss von 13 kurdischen, arabischen und christlichen Organisationen – in denen die kurdischen YPG/YPJ das Hauptkontingent stellen – und der IS seit Tagen heftige Gefechte. „Diese Operation umfasst ein großes Gebiet. Es ist notwendig, dass wir einen Korridor zwischen Hasseke und dem Shingal-Gebirge öffnen“, erläutert YPG-Kommandant Rustem Zal im Interview mit der kurdischen Nachrichtenagentur „Firatnews“. Die Stadt Shingal liegt rund 50 Kilometer von der syrischen Staatsgrenze entfernt.

kn

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