In Gwer soll die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) kurdische Zivilisten getötet und entführt haben

Derzeit kursieren tragische Geschichten in Kurdistan über die Offensive der Terrormiliz „Islamischer Staat“ auf die strategisch wichtige kurdische Stadt Gwer, bei der viele Asayish (kurdische Polizei) und Peschmerga-Kräfte ihr Leben verloren (mehr hier). Demzufolge soll der IS mit Booten den Fluss überquert und anschließend Humvee-Fahrzeuge der irakischen Armee beschlagnahmt und dann einen Überraschungsangriff auf Gwer gestartet haben. Bei diesem Angriff verloren mehrheitlich leichtbewaffnete kurdische Sicherheitkräfte ihr Leben. Außerdem sollen dabei auch viele kurdische Zivilisten getötet und entführt worden sein. Offiziell lehnen die kurdischen Behörden die Meldungen über entführte Zivilisten in Gwer ab. Die südkurdische Nachrichtenagentur Rojnews ging der Sache nach und interviewte einen ehemaligen langjährigen Peschmerga-Kämpfer und Bewohner der Stadt Gwer namens Khalis Ali.

Im Gespräch mit Rojnews erklärte Khalis Ali, dass der IS zuerst die Häuser angriff und anschließend die Gefechte begannen. Ali erzählt über eine tragische Geschichte einer entführten Frau, deren Ehemann (Asayish-Mitglied) von der Terrormiliz „Islamischer Staat“ getötet wurde.

„Nachdem die IS-Milizen die Häuser überfallen hatten, befreite ein Mann zunächst seine Ehefrau“, sagte Ali.

„Die Frau flüchtete aus dem Haus und ihr Mann bekämpfte dann den IS. Nach einer kurzen Zeit wurde ihr Mann jedoch verletzt. Als die Frau hörte, dass keine Schüsse mehr aus ihrem Haus zu hören waren, ging sie in das Haus zurück, um zu sehen, ob ihr Mann noch am Leben war. Doch dort waren die IS-Milizen. Sie entführten die Frau zusammen mit ihren Kindern“, fügte der ehemalige Peschmerga-Kämpfer hinzu.

Weiterhin erklärte Khalis Ali: „Nach der Geiselnahme der Frau (deren Name Rojnews zu ihrem Schutz vorerst nicht bekanntgeben möchte) haben die IS-Milizen ihr gesagt, sie soll ihre Bekannten anrufen und sagen, dass sie festgenommen worden ist. Sie rief ihren Bruder an. Und ihr Schicksal ist bis jetzt nicht bekannt.“

Ein weiterer Bewohner der Stadt Gwer namens Schivan Diler sagte gegenüber Rojnews, dass 3-4 Frauen aus Gwer verschwunden seien. Er fügte hinzu, dass bei dem Angriff des IS auf Gwer zehn Zivilisten getötet worden seien.

kn/rojnews

KEINE KOMMENTARE

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT