Minikurdistan im Irak und Syrien

In einem Interview für die türkische Tageszeitung Hürriyet äußerte sich der US-amerikanische Diplomat und Präsident vom Rat für Auswärtige Angelegenheiten (CFR=Council on Foreign Relations) Richard Nathan Haass zu den Fragen der Journalistin Verda Özer. Der CFR ist ein privater US-amerikanischer Think Tank mit Fokus auf weltweite außenpolitische Themen. Er gilt als einflussreichster US-amerikanischer Think Tank und ist maßgebend für die amerikanische Außenpolitik.

Einige Aussagen von Richard Nathan Haass aus dem Interview lauten wie folgt:„ Die türkisch-amerikanischen Beziehungen durchleben eine schwierige Phase. Aus technischer und rechtlicher Sicht sind wir immer noch Verbündete, verfolgen aber unterschiedliche strategische Ziele. Unser Ziel ist es in erster Linie den IS zu schwächen, die Türkei hingegen fordert vorzugsweise zuerst den Sturz Assads. Wir haben unterschiedliche Prioritäten. Die Türkei und andere Verbündete in der Region konnten wir von unserer Strategie nicht überzeugen. Ich sehe die Kurden als die wichtigsten und sinnvollsten Partner in der Region. Im Irak und in Syrien sind unsere einzigen Partner die Kurden und einige arabisch-sunnitische Stämme. Ein Mini-Kurdistan im Irak und Syrien würden wir unterstützen, nicht aber in der Türkei. Die optimale Lösung wäre, dass die Kurden im Irak und Syrien eine größere militärische Rolle einnehmen und die Kurden in der Türkei die Waffen ablegen würden. Die einzige Möglichkeit, die sich den Kurden bietet, um Unabhängig zu werden, ist ein Mini-Kurdistan. Aktuell befürwortet Washington einen Einheitsstaat Irak mit einer Autonomen Region Kurdistan. Jedoch weiß die USA, dass dies auf lange Sicht hinaus nicht funktionieren wird. Es ist ein großes Anliegen Washingtons mit den Kurden zusammenzuarbeiten. Sowohl im Irak als auch in Syrien. Faktisch ist Syrien in drei Teilstaaten geteilt. In naher Zukunft wird die FSA keinen großen Einfluss mehr auf die Region haben. Was wir vorhersehen ist die Teilung Syriens in drei Teilstaaten, die jeweils sunnitisch, alawitisch und kurdisch verwaltet werden.“

kn

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