Ostkurdistan – In einem Exklusivinterview mit BasNews hat sich der kurdische Aktivist und Rechtsanwalt Muhammad Saleh Nikbakht zu politischen Gefangenen kurdischer Abstammung im Iran geäussert. Laut Rechtsanwalt Nikbakht befinden sich derzeit über 100 kurdische politische Häftlinge in iranischen Gefängnissen.

Nikbakht teilt die kurdischen politischen Gefangenen im Iran hierbei in zwei Gruppen ein: „Zum einen handelt es sich um kurdische religiöse Extremisten. Sie werden beschuldigt, Mitglieder einer extremistischen Glaubensbewegung zu sein und Terroranschläge gegen Einrichtungen der iranischen Regierung ausüben zu wollen. Zum anderen sind es politische Gefangene der drei wichtigsten kurdischen Parteien im Iran, nämlich die Demokratische Partei Kurdistans – Iran (PDK-I), Komala und Partei für ein Freies Leben in Kurdistan (PJAK).“

Die Zahl der PJAK-Gefangenen sei in der Vergangenheit vergleichsweise hoch gewesen, sie sei aber nun gesunken. Zudem glaubt Nikbakht, dass die iranische Regierung verglichen mit dem Jahr 2013 die kurdischen Häftlinge besser behandelt. Der Rechtsanwalt nennt für die Verhaftungen der Kurden verschiedene Gründe. Unter den Verhafteten befänden sich zumeist politische Aktive, die mehr Menschenrechte und Freiheiten fordern „Der Iran behauptet, keine politischen Gefangenen zu haben, die Realität sieht aber anders aus. Viele der Gefangenen stehen mit Menschenrechten, Freiheitsforderungen und Fällen zu Journalismus in Verbindung. Diese wurden auch aufgrund der genannten Gründe angeklagt und verhaftet.“ Aktuell seien zwei Kurden von der Gefahr bedroht, im Gefängnis von Sine hingerichtet zu werden. Zudem seien zwei weitere Kurden aus der Autonomen Region Kurdistan von der Todesstrafe betroffen.

Im Iran finden jährlich hunderte Hinrichtungen statt. Die Islamische Republik wird von vielen Menschenrechtsorganisationen beschuldigt, Journalisten, Regierungskritiker und Menschenrechtsverteidiger willkürlich festzunehmen und ohne angemessene Gerichtsverfahren zu verurteilen. Insbesondere würden die politischen Gefangenen unter schlechten Haftbedingungen und schwerer Folter sowie fehlender medizinischer Behandlung leiden.

 

kn/basnews

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