Kurden treten in europäischen Metropolen zu öffentlichen Hungerstreiks (Foto; KN)

Europa – Um auf die gewaltsamen Angriffe der Kämpfer des Islamischen Staates (IS) auf den Kanton Kobanê in Westkurdistan aufmerksam zu machen, sind die Kurden und Kurdinnen nach Mahnwachen, Demonstrationen, Sitzstreiks oder auch Besetzungsaktionen in Flughäfen in vielen europäischen Großstädten nun am Montag in den Hungerstreik getreten.

Der Demokratische Gesellschaftszentrum der KurdInnen in Deutschland (Nav- Dem) hat in 13 europäischen Metropolen zu öffentlichen Hungerstreiks aufgerufen, um die Aufmerksamkeit der internationalen Gemeinschaft auf den Widerstand der kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) gegen die Angriffe des Islamischen Staates (IS) auf den Kanton Kobanê in Westkurdistan zu lenken.

STRASSBURG: Im französischen Straßburg sind Kurdinnen und Kurden einem Aufruf des Kongresses für die demokratische Gesellschaft in Europa (KCD-E) und der kurdischen Frauenbewegung in Europa gefolgt und haben am Montag mit einem einwöchigen Hungerstreik vor der Europäischen Kommission in Straßburg begonnen.

Am zweiten Tag des Hungerstreiks, 30.09., wurden der Co- Vorsitzende des Kantons von Kobanê Enver Muslim und die Co- Vorsitzende der PYD aus Kobanê telefonisch zugeschaltet und berichteten den Hungerstreikenden von der aktuellen Lage in Kobanê und betonten, dass die Hungerstreiks der Kurdinnen und Kurden in Europa ihnen viel Moral und Stärke im Kampf gegen die IS geben und begrüßten die Aktionen.

Ungefähr 30 Menschen, darunter 15 Frauen, sind in Straßburg in den Hungerstreik getreten. Die Hungerstreikenden werden täglich von Abgeordneten des Europäischen Parlaments besucht. Der Hungerstreik endet am Samstag mit einer Großdemonstration in Straßburg.

PARIS: Auch in der französischen Hauptstadt sind Kurden in den Hungerstreik getreten, um die anhaltenden Angriffe der IS auf den Kanton Kobanê in Rojava aufmerksam zu machen. Organisiert wurde der Hungerstreik vom Dachverband der kurdischen Vereine in Frankreich.

Während des einwöchigen Hungerstreiks werden Treffen mit PolitikerInnen, Organisationen und Verbänden geführt, um auf die Lage in Kobanê aufmerksam zu machen. Der Hungerstreik findet vor dem französischen Parlament statt und wird ebenfalls am Samstag mit einer Großdemonstration enden.

BERLIN: In der deutschen Hauptstadt Berlin haben Kurden am Dienstag vor dem Brandenburger Tor mit einem Hungerstreik begonnen. Organisiert wurde der Hungerstreik vom Demokratischen Gesellschaftszentrum der KurdInnen in Europa (Nav- Dem).

Yüksel Koç, Vorsitzender der Nav- Dem, hielt auf der Pressekonferenz für die Ankündigung des Hungerstreiks die Eröffnungsrede. Koç rief in seiner Rede die internationale Gemeinschaft auf den Widerstand der Kurden aus Rojava gegen die Angriffe der IS zu unterstützen und nicht wegzuschauen. Darüber hinaus fordert Koç, der auch in den Hungerstreik getreten ist, die internationale Gemeinschaft auf das Embargo gegen Westkurdistan aufzuheben und die europäischen Staaten sollten Druck auf die Türkei ausüben, damit diese den IS nicht mehr unterstützt.

Der Hungerstreik wird von Persönlichkeiten wie Norman Paech unterstützt und endet am Samstag mit einer Großdemonstration, bei der Tausende von Menschen aus Norddeutschland erwartet werden.

KÖLN: Auch in der nordrhein-westfälischen Stadt haben Kurden am Dienstag mit einem Hungerstreik begonnen. Mehr als 100 Kurden gaben auf einer Pressekonferenz vor dem Kölner Dom am Montag bekannt, dass sie in den Hungerstreik treten werden, um den Widerstand der Kurden aus Kobanê gegen die gewaltsamen Angriffe der IS zu unterstützen.

Die Hungerstreikenden wurden von mehr als 500 Kurden, die aus den anderen Städten Nordrhein- Westfalens kamen, unterstützt.

Die kurdischen Frauen besuchten anschließend die Büros der Parteien die Linke und den Grünen und überreichten ihnen ein Informationsdossier über die aktuelle Lage in Kobanê. Die kurdischen Frauen kamen dort mit Hamide Akbayir (Die Linke), Michael Weisenstein (Die Linke) und Berivan Ayaz (Die Grünen) zusammen.

Gegen 17.00 Uhr zogen die Kurden in einem Protestzug vom Kölner Dom bis zum Heumarkt. Auf dem Heumarkt ist ein großes Zelt aufgebaut, wo die Kurden auch übernachten werden. Darüber hinaus gibt es vor dem Kölner Dom einen Informationsstand und es werden Flyer verteilt und stündlich verschiedene Aktionen durchgeführt, um die deutsche Öffentlichkeit auf die Situation in Kobanê aufmerksam zu machen.

Die weitere Planung für Köln und NRW sieht wie folgt aus:

  1. Oktober: Zwischen 11:00- 12:00 Uhr Kundgebung vor der Frankreich Botschaft und 17.00 Uhr unter der Führung von Frauenbewegung des Menschenkette Schaffung in Düsseldorf
  2. Oktober: Sitzaktion zwischen 14:00- 17:00 Uhr vor dem NRW Parlament in Düsseldorf

In Bonn (Schardgolstrasse) zwischen 13:00 und 17:00 Uhr Sitz Aktion vor UN Gebäude, auch am 3.Oktober und 8. Oktober zwischen 13:00-15:00 Uhr wird es am Friedensplatz Infostände geben

  1. Oktober: Im Zelt am Heumarkt in Köln. Diskussion über den Widerstand von Kobanê
  2. Oktober: am Samstag Beginn des langen Marsches von Herford bis Bielefeld

Kundgebung um 14.00 Uhr dem Ebertplatz in Köln. Weitere Aktivitäten vor dem Kölner Dom mit Teilnehmern von Gemeindezentren Dortmund, Hagen, Essen, Duisburg, Düsseldorf, Leverkusen, Düren, Köln, Aachen und Bonn sind geplant.

Seit dem 15. September 2014 greift die Terrororganisation Islamischer Staat (IS) den Kanton Kobanê in Nordsyrien/Westkurdistan (Rojava) mit schweren Waffen aus drei Richtungen an. Diese Waffen sind zum überwiegenden Teilen von der irakischen Armee in Mossul erbeutet worden.

Kn/anf

 

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